ADFC Trier warnt Rathaus vor Irrweg in der Loebstraße

22. August 2010

Der Radverkehr gehört grundsätzlich auf die Fahrbahn. Deshalb muss Fahrradstreifen (wie hier in der Hohenzollernstraße) grundsätzlich Vorrang vor Bordsteinradwegen eingeräumt werden. Foto: ADFC Kreisverband TrierDer Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs kritisiert die von der Stadtverwaltung favorisierte Planungsvariante für den Ausbau der Loebstraße. Diese sei “nicht zielführend und völlig unzeitgemäß”. Würden die Planungen realisiert, fürchtet der ADFC neue Gefahrenquellen für Radfahrer. In Schreiben an den Oberbürgermeister und die Baudezernentin sowie an die im Stadtrat vertretenen Fraktionen warnt der Fahrradclub vor einer Realisierung der Planungsvariante 2 B. 

Diese sieht einen Bordsteinradweg mit Zweirichtungsbetrieb entlang der Loebstraße vor. Nach den Planungen der Stadt soll der Radverkehr vor der Einmündung in den Verteilerkreis Nord durch eine bestehende Unterführung unter der Autobahn hindurch in Richtung Moselradweg und auf Umwegen wieder zurück in die Herzogenbuscher Straße geführt werden. In Richtung Ruwer würde der Radweg unmittelbar vor der Pfalzeler Eisenbahnbrücke enden und der Radverkehr von dort über die Ohmstraße zur Straße “Am Grüneberg” umgeleitet.

“Mit der von der Stadt favorisierten Lösung wäre nur wenig gewonnen”, beklagt Fabian Bauer, Zweiter Vorsitzender des ADFC Trier. Aus Sicht des Fahrradclubs unterschätzen die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung das “enorme Gefährdungspotenzial” eines Bordsteinradwegs: “In Kombination mit dem geplanten Grünstreifen würden vor allem durch die zahlreichen Querungen des Radwegs, die wegen der Parkplatzzufahrten notwendig sind, eine Vielzahl neuer Gefahrenquellen schaffen”, so Bauer.

Für Matthias Bellmann, den verkehrspolitischen Referenten des Trierer ADFC, kommt noch ein wesentlicher Punkt hinzu: “Der Bordsteinradweg würde es Radfahrern unmöglich machen, die Seitenstraßen der Loebstraße ohne mehrmaliges Absteigen und Schieben des Fahrrads zu erreichen. Außerdem müssten Radfahrer zwischen Ruwer und der Innenstadt die Loebstraße und Ruwerer Straße insgesamt drei Mal wartepflichtig queren. Das aber hat nichts mehr mit einer zeitgemäßen Radverkehrsführung zu tun”, kritisiert Bellmann.

Man sei sich mit der Stadt und den meisten Ratsfraktionen absolut einig in dem Ziel, dass die Situation für Radfahrer entlang der Loebstraße verbessert werden müsse. Dies gelte für Freizeitradfahrer genauso wie für Alltagsradler. Der von der Stadt geplante Radweg sei jedoch “ein absoluter Irrweg”, warnen Bauer und Bellmann. Seine kritische Position hat der Fahrradclub auch in einer umfassenden Stellungnahme dokumentiert.

Der ADFC favorisiert im Grundsatz die von der Verwaltung verworfene Variante 1 A. Diese sieht beidseitig Fahrradstreifen auf der Fahrbahn der Loebstraße vor. “Hierdurch wäre garantiert, dass Autofahrer und Radfahrer sich jederzeit im Blick haben und völlig unnötige Querungen überflüssig würden”, argumentiert Bauer. Bellmann ergänzt: “In anderen Städten hat man längst erkannt, dass Bordsteinradwege nicht nur erheblich teurer, sondern auch viel gefährlicher sind als die Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn”. Trier hinke in dieser Hinsicht erheblich hinterher. Man erwarte deshalb von der Stadt, dass sie nicht erneut auf das Instrument des Bordsteinradwegs setze.

An die Fraktionen sowie Oberbürgermeister und Baudezernentin appellierte der ADFC, die Planung noch einmal zu überdenken.