“Trier braucht Rad”: Zehn Punkte und eine Demo

17. Mai 2009

Das Teilnehmerfeld war überschaubar, als die Fahrraddemo den Porta-Nigra-Platz passierte. Foto: ADFCMit einer Fahrraddemo hat der Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs am Samstag, 16. Mai, auf eklatante Missstände im Trierer Radwegenetz hingewiesen. Rund 50 Teilnehmer zählte der radelnde Protestzug, der vom Viehmarktplatz aus über die Metzelstraße und die Trevirispassage nach Trier-Nord und von dort aus zum Hauptbahnhof führte. Im Rahmen der Demonstration präsentierte der ADFC Trier ein 10-Punkte-Programm, das nach Meinung des Kreisverbands in den kommenden fünf Jahren umgesetzt werden muss, um die Bedingungen für Radfahrer in der Moselstadt endlich zu verbessern. 

“Leider müssen wir feststellen, dass zum Teil Forderungen, die wir bereits vor zehn und mehr Jahren an die Verwaltung und den Stadtrat gerichtet haben, noch immer nicht umgesetzt wurden”, beklagt Matthias Bellmann, verkehrspolitischer Referent des ADFC-Kreisverbands. Das sei umso bedauerlicher, weil es sich durchweg um wenig kostenintensive Vorschläge gehandelt habe.
Beispielhaft nennt Bellmann Gefahrenstellen in der Hindenburgstraße, wo der ohnehin sehr kurze Bordsteinradweg plötzlich unvermittelt hinter einem Baum auf die Fahrbahn führt; oder die Situation im Bereich der Kreuzung Saarstraße/Neustraße/Südallee: “Hier werden Radfahrer noch immer zum permanenten Wechsel von der Fahrbahn auf einen Bordsteinradweg und wieder zurück genötigt”.

Im Rahmen der Demo informierten Matthias Bellmann und Richard Roscheck über Schwachstellen im Radverkehrsnetz. Foto: ADFCBellmann wie auch der ADFC-Kreisvorsitzende Patrick Schrodt betonten, dass man es nicht beim Aufzeigen von Missständen belassen werde: “Wir werden vielmehr auch ein 10-Punkte-Programm vorlegen, dessen Umsetzung wir vom künftigen Stadtrat und der Verwaltung erwarten”, kündigte Schrodt an. Die Liste der Forderungen reicht vom Bau eines Fahrradparkhauses am Hauptbahnhof, für dessen Realisierung das Land bereits hohe Zuschüsse in Aussicht gestellt hat, über die Realisierung von Querungsmöglichkeiten für Radfahrer in der Fußgängerzone. “Außerdem fordern wir die Freigabe der Fußgängerzone für den Radverkehr bis mindestens 11 Uhr vormittags”, so Bellmann. Der ADFC-Verkehrsreferent verweist auf die Regelung für den Lieferverkehr, der bereits jetzt die Fußgängerzone bis 11 Uhr passieren darf. Eine weitere Forderung: Die Öffnung der Busspuren für den Radverkehr.

“Sämtliche unserer Forderungen sind realisierbar und kosten meist nur wenig Geld”, erklärte Schrodt, bewusst habe man auf utopische Wünsche verzichtet. “Wenn diese Stadt aber endlich in die Gänge kommen will, dann muss jetzt bald etwas geschehen”, unterstrich der Trierer ADFC-Chef und verwies auf das Verkehrskonzept von 1992. Hiervon sei fast nichts umgesetzt worden, kritisierten Schrodt und Bellmann. Deshalb sei es nicht nur an der Zeit, dass die Verwaltung endlich das neue Fahrradkonzept vorlege, sondern der neue Stadtrat auch fraktionsübergreifend dafür sorge, dass die dort vorgesehenen Maßnahmen auch endlich umgesetzt werden.

Das 10-Punkte-Programm des Trierer ADFC

Wir fordern…

1) Die Öffnung der Fußgängerzone im Bereich der Treviris-Passage für den Radverkehr

2) Möglichkeiten, die Fußgängerzone an bestimmten Stellen mit dem Fahrrad queren zu können, beispielsweise über den Kornmarkt und durch “Mohrs Gässchen”

3) Absenkung aller Bordsteinkanten im Verlauf von Radwegen

4) Eine geradlinige Führung des Radverkehrs an Kreuzungen

5) Eine sichere und lückenlose Radverkehrsanbindung des Hauptbahnhofs an das Stadtzentrum sowie andere Teile Triers

6) Eine Radverkehrsverbindung zwischen Ruwer und Trier-Nord entlang der Loebstraße

7) Eine Fahrradstation am Hauptbahnhof für Pendler und Radtouristen

8) Die Schaffung weiterer Abstellanlagen, auch in innerstädtischen Wohngebieten und an Bushaltestellen

9) Die Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrer bis mindestens 11 Uhr, analog zum Lieferverkehr

10) Radfahrstreifen den Vorrang vor Bordsteinradwegen einzuräumen

Wir fordern das seit Jahren versprochene, attraktive und sichere Radverkehrsnetz für die gesamte Stadt Trier!